Und ewig lockt die Wüste:

 

Ich bin von dem Kontinent Afrika fasziniert.
Viele Monate habe ich dort gelebt, gearbeitet, gelacht und viele Erfahrungen gemacht. 
Meine kleine Reise ging über: Tsumeb, Pretoria, Durban, Swakopmund und Kap der
Guten Hoffnung.

 

Staub, Staub, Staub!
Jede einzelne Pore ist gefüllt damit. Er setzt sich auf die Zunge, in die Nase und Ohren.
Heiß ist es auch. Die schwitzige Hand hinterlässt Fingerabdrücke auf der mit feinem Staub überzogenen Hose. Ja, es ist ganz schön warm im namibischen Sommer. Aber das ist
durchaus von Vorteil, wenn man zum Nationalpark Fish River Canyon fährt, etwa Ende
November sind dort weniger Touris.
Man hat das Naturerlebnis beinahe exklusiv. Nach drei Tagen Fahrt von Windhoek in den
äußersten Süden Namibias, das Geschaukel über Schotter und Sandpisten, der Schweiß,
der in den Augen brennt, das viel zu warme Trinkwasser - alle Entbehrungen sind rasch
vergessen bei diesem Anblick: Bergzebras rollen sich genüsslich
im Sand, hoch oben auf einem Felsplateau im Fish River Canyon. Sie gönnen sich eine
ausgiebige Rückenmassage, bevor sie dann entspannt davontraben. Namibia ist das
trockenste Land südlich der Sahara. Neben der Namibia-Wüste, sie gilt als die älteste
der Welt, existieren noch drei weitere große Trockenzonen: die Kalahari im Osten, gefolgt
von Nama-Karoo und Sukkulenten Karoo. In der Sprache der San, der Buschmännern,
bedeutet Namib so viel wie "da, wo nichts ist" - nichts außer
kargen Schönheit aus Stein-, Sand und Graßlandschaften und bezaubernden Farben.


Thomas Mann hat einmal geschrieben, das Hauptingredienz aller Reiselust sei
„die vibrierende Neugier nach nie erfahrener (bei uns längt verloren gegangener)
Menschlichkeit.“ In Afrika wäre er fündig geworden! Dort, wo das Leben noch nicht
von den westlichen Perfektions- und Optimierungszwängen durchdrungen ist, bleibt
mehr Zeit für das menschliche Miteinander.